Ohne Mikrofon kein Telefon. So fing die ganze Geschichte an. Der Erfinder des Telefons, Philipp Reis, baute um 1860 das erste funktionierende Mikrofon, einen Urahn des später bis um 1940 auch zu Studiozwecken verwendeten Kohlemikrofons. Das Prinzip wurde so lange verbessert, bis der Spruch galt: Das Bessere ist des Guten Feind.
Der geniale Konstrukteur und Erfinder Georg Neumann (u.a. Nickel-Cadmium-Akku) verbesserte das Kohlemikrofon so weit, dass mit ihm 1923 das Rundfunkzeitalter in Deutschland anbrechen konnte. Doch schon 1928 vermarktete er seine Erfindung des Kondensator-Mikrofons, das es ablösen sollte. 1932 konnte Sidney Shure in den USA sein erstes dynamisches Mikrofon präsentieren und 1933 ebenfalls ein Kondensator-Mikrofon. Das 1916 in den Bell Labs erfundene Kondensator-Mikrofon aber brachte es nicht zur Serienreife.

Die Firma Neumann ging dann später im erfolgreicheren Unternehmen des Berliner Physikers und Elektroingenieurs Fritz Sennheiser auf. Der in St. Petersburg geborene Eugen Beyer erfand in Berlin nicht nur 1937 den ersten dynamischen Kopfhörer, sondern entwickelte 1939 auch eine neuartige dynamische Konstruktion bis zur Studioreife, das Bändchen-Mikrofon. Die Wiener Firma AKG entwickelte 1953 das Tauchspulen-Mikrofon. Damit gelang es, auch mit dynamischen Mikrofonen die bei Sängern geschätzte Nierencharakteristik zu realisieren. Der deutsche Physiker Gerhard Martin Sessler schließlich erfand 1962 in den USA das Elektretmikrofon, eine Weiterentwicklung des Kondensator-Mikrofons, die heute weltweit mit Abstand häufigste Bauart von Mikrofonen. Alle anderen Entwicklungen spielen im Alltag und im Studio keine wirkliche Rolle.
Auffallend ist, dass die meisten Hersteller hochwertiger Mikrofone auch Produzenten von Kopfhörern und/oder von Tonabnehmern für Plattenspieler sind. Dazu gehören auch Audio Technica und Sony. Alle drei Gerätetypen sind Schallwandler hoher elektro-mechanischer Präzisionstechnik. Der Einsatz von Mikrofonen und ihre Charakteristika sind so vielfältig wie die Preisklassen und können hier nicht weiter verfolgt werden. Die unterschiedlichen Wirkungsprinzipien sollten aber kurz erläutert werden.

Ein dynamisches Mikrofon stellen gleichsam die Umkehrung eines dynamischen Lautsprechers dar. Eine Spule oder ein Bändchen bewegen sich in einem Magnetfeld. Durch die Bewegung wird ein Spannung magnetisch induziert, die analog zum Schall ist und in einem Mikrofon-Vorverstärker für die Weiterverarbeitung höher gestuft wird. Bei Kondensator- und Elektret-Mikrofonen ist mindestens eine leitende Folie elektrisch mit Gleichspannung “vorgespannt”, der bei der Verstärkung des Signals für den Verstärker “unsichtbar” bleibt. Durch die analoge Verformung der Folien verändert sich die Kapazität der Konstruktion, und die resultierende Überlagerung des Gleichstroms kann als herausgefilterte Wechselspannung weiter verarbeitet werden. Die Umkehrung des Bändchen-Prinzips erlebt man beim Bändchen-Lautsprecher und dem Magnetostaten, und beim Kondensator-Prinzip im Elektrostaten, also eher exotischen Lautsprecher-Konstruktionen. Jedes Prinzip der Schallwandlung im Mikrofon hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile, weswegen es auch so viele unterschiedliche Bauarten selbst bei gleicher Technologie gibt.

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